Leserbrief · —
Nicht veröffentlichter Leserbrief zu Professor Staehles Rezension von „Ganzheitliche Zahnheilkunde“
Hinweise zur Lesefassung & Quellen
Deutsch · historischer Originaltext
Wegen „Unüblichkeit“ nicht veröffentlichter Leserbrief
zu Professor Staehle´s Rezension des Buches:
Ganzheitliche Zahnheilkunde in physischer, psychischer und metaphysischer Sicht, Hüthig-Verlag 1997, 4. Auflage,
in der DZZ 53/1998 ,
in der er auch schon den dentalen Exorzismus anprangert. Daher der aktuelle Bezug mit der Bitte um Veröffentlichung..
Ich freue mich, dass Prof. Staehle 13 Jahre nach Erscheinen der 1. Auflage (damals Haug) nun der 4. überarbeiteten Auflage des o.g. Buches seine Aufmerksamkeit widmet, auch wenn er dem neuen Verlag (Hüthig) fast vorwurfsvoll ins Gewissen reden will, solches Gedankengut nicht zu verbreiten. (Anmerkung 2000: Er hatte es auf Grund seiner Stellung (Macht) in der sog. Wissenschaftswelt geschafft, dass Hüthig seinem Druck nachgegeben hat und die Reihe. Medizin und Ganzheitliche Zahnheilkunde wieder dem „alternativen“ Verlag Haug übergeben hat.(inzwischen ja alle unter dem Dach Thieme)
Er hatte nämlich durchblicken lassen, den wissenschaftstreuen Autoren des Verlags nahe zu legen, nicht mehr bei Hüthig zu veröffentlichen. Das nennt man dann Pressefreiheit!)
Die Kontroverse zwischen konservativen und fortschrittlichen Auffassungen hat es immer gegeben; in der Zeit der Hexenverfolgungen wurden die von der etablierten Ordnung Abweichenden mit allen Mitteln zum Schweigen gebracht und nicht nur mundtot gemacht.
Beruhigend ist, dass die Wissenschaftler von heute subtiler vorgehen als die Inquisitoren, so dass der Betroffene heute nicht um sein leibliches Wohl fürchten muss.
Manche Äußerungen Prof. Staehle´s legen allerdings die Vermutung nahe, dass er nicht alles gelesen, ja vielleicht nicht verstanden hat. (Anmerkung 2000: das betrifft besonders seine erneut vorgebrachten „Argumente“ über den dentalen Exorzismus)
Begreiflich ist, dass er die Ganzheitliche Zahnheilkunde als mögliche Bedrohung empfindet; dennoch sollte man erwarten dürfen, dass in einer kritischen Betrachtung keine Tatsachen unterschlagen werden, wie z.B. in punkto Herdgeschehen die wissenschaftlichen Untersuchungen der Wiener Schule um Prof. Pischinger und Kellner, bzw. der Münsteraner Schule um Prof. Hauss und Junge-Hülsing.
Auch in der internationalen Literatur, die Prof. Staehle bemüht, ist gerade die chronische Kieferostiltis mit ihren Auswirkungen beschrieben und als NICO (Neuralgia inducing cavitational osteonecrosis) nach Prf. G. Bouquot (School of dentistry,WestVirginia University) bekannt. (Anmerkung 2000: Ist wahrscheinlich als Hochschullehrer ein Dummkopf wie die anderen o.g. Professoren, ausgenommen Prof. Staehle natürlich )
Auch nimmt er nicht zur Kenntnis, daß Lechner schon 1996 (GPW 2/96) hat nachweisen können, dass 99,6 (!!) % der von ihm mittels PhysioEnergetik (Armlängenreflex) ermittelten Knochendefekte im Sinne der chronischen Kieferostiltis auch histologisch zu finden waren. Also eine Fehlerquote von nur 0,4 % (!!). Welche orthodox wissenschaftliche Methode kann solche Ergebnisse erzielen?
„ Man könnte über einige Passagen“... seiner Besprechung „... schmunzeln, wenn nicht die bittere Realität“ ...eine kritische Betrachtung herausfordern würde“ (Zitat Staehle)
Zum Schmunzeln ist in diesem Sinne sein nettes Wortspiel und seine Steigerung des sonst beim Herdgeschehen gebrauchten Begriffs dentaler Exodontismus zu „dentalem Exorzismus“, aber auch nicht mehr als das. (Anmerkung 2000: Heute hat er nicht nur jeglichen „guten Geschmack“ verlassen sondern erneut seine Unwissenschaftlichkeit unter Beweis gestellt, wenn er in der DZW 3/00 schreibt, dass die auf Grund komplementärer Verfahren gestellten Diagnosen und daraus abgeleiteten chirurgischen Interventionen „symbolhaft einer `Befreiung vom Schlechten und Bösen´ „ dienten und „eine wohl kaum mehr zu überbietende Perversion des Medizingedankens unserer Kultur“ (Zitat) darstellten. Welch Ungeheuerlichkeit und Anmaßung, mit der er genau das tut, was er bei den sog Alternativen immer anprangert, nämlich Emotionen schüren. Da frage ich mich: welches Menschenbild (Patientenbild) hat die Wissenschaftsgilde? Wohl nur das der Statistik und Reagenzglasergebnisse, wo der Einzelne nicht zählt, vor allem nicht der Patient, sondern nur der „Medizingedanke unserer Kultur“; aber der ist natürlich nicht pervertiert. )
Ist Herr Staehle wirklich der Meinung, dass die Beurteilung von Fachinhalten (hier Ganzheitliche Zahnmedizin) nicht den entsprechenden Fachleuten überlassen werden sollte? Würde er es bevorzugen, wenn seine wissenschaftlichen Sichtweisen – ohne Binnenkonsens – etwa von Barbieren bewertet würden?
Erstaunt bin ich als Leser darüber daß Prof. Staehle sich Gedanken macht über Rossaint´s zusätzlich zum wissenschaftlichen Studium absolvierten ganzheitlichen Ausbildungen.
Jedoch muss ich da wohl eine Kleinigkeit korrigieren (ich kenne ihn persönlich): nirgendwo bekundet er ( wie Staehle schreibt) „vielfältige Ausbildungs-s t u f e n durchlaufen“ (Zitat Staehle) zu haben und auch das Wort „Eingeweihter“ wurde schon von ihm in Anführungsstrichen gebraucht, um klar zu machen, daß es sich um Leute handelt, die etwas von einer Sache verstehen.
Wenn von Herrn Staehle aufgeführt wird, die ganzheitliche Behandlung einer Gingivitis bestünde allein in einer Eigenharntherapie, muss ich wiederum feststellen, dass er die anderen aufgeführten Möglichkeiten entweder überlesen hat oder nicht zur Kenntnis genommen hat oder nicht will.
Auch die Formulierung: :“ Ein Patient, bei dem der Arzt wiederum eine Fistel diagnostiziert, hat in Wirklichkeit nur „Angst, Blockaden loszulassen“ (Zitat Staehle) lässt leider vermuten, dass Herr Staehle in seinem Bestreben zur Rettung der alt hergebrachten orthodoxen Medizin die zusätzliche Möglichkeit eines auch psychisch bedingten Hintergrundes nicht wahrhaben will oder gelten lassen will.
Über die Gründe kann man nur spekulieren, wenn er die aufgeführten anderen Beispiele zu psychischen Hintergründen lediglich einer Tabelle des Buches entnommen hat.
Zum Schmunzeln (s.o.) ist auch, dass Herr Staehle aus diesem Buch herausliest, dass der Herdtherapeut durch „inkonsequente Herdsanierung“ (Zitat Staehle) sich selbst einer großen Gefahr aussetzt.
Si tacuisses, philosophus mansisses.
(PS. 2000: Warum schreibt Staehle nicht genauso marktschreierisch über die zig-tausend Tote pro Jahr durch Nebenwirkungen von natürlich wissenschaftlich abgesicherten Medikamenten oder über die iatrogenen Schäden durch überflüssige Operationen in der Schulmedizin? Schulmedizin als allein seligmachender Glaube, welche Hybris.
Staehle`s Attacken erinnern stark an die Zeit der Kreuzzüge, wo man versuchte, die Andersgläubigen gewaltsam dem `richtigen´ Glauben zu unterwerfen. Grund: Bedrohung der Christenheit dort; sieht Staehle heute die Wissenschaft bedroht ? Wahrscheinlich wird es auch jetzt 800 Jahre dauern, bis sich die Nachfolger der Kirche: Wissenschaft entschuldigen für ihr Tun.
Original / Quellen
- Historische Quelle: rossaint.de
- https://www.rossaint-resonator.com/artikel/#rfr-artikel-9